Im Jahr 2015 wurde die KunstWerkStatt 30 Jahre alt: Wahrlich ein Grund zum Feiern, denn mit finanzieller Unterstützung der Stadt Marburg, des Landes Hessen und einiger Sponsoren hat das Team der KunstWerkStatt im Lauf von 30 Jahren durch großes ehrenamtliches Engagement viele tausend Kinder in ihrer kreativen und künstlerischen Entwicklung gefördert.


Die Geschichte der KunstWerkStatt beginnt eigentlich schon 1984, als Ursula Gottwald im Rahmen des Kinder- und Jugendfestivals „Ramba.Zamba“ drei Malkurse gab, die großen Anklang fanden. Das hierbei entstandene Bilderbuch zum Hörspiel „Lok 1414 geht auf Urlaub“ gewann in dem bundesweiten Wettbewerb „Jugend malt“ den ersten Preis. Im folgenden Jahr wurde die „Marburger Kindermalschule“ gegründet, deren erste Vorsitzende bis 2001 die bekannte Künstlerin Louisa Biland war. Weitere Dozentinnen und Dozenten der Anfangszeit waren, um nur einige Namen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu nennen, Stephanie Bachmann, Barbara Isabella Bauer-Heusler, Udo Buffler, Georg Mertin und Ulrike Schönhagen. In verschiedenen Kursen lernten Generationen von Kindern zeichnen, malen, aquarellieren und Geschichten illustrieren. Darüber hinaus wurden spartenübergreifende Projekte wie das Musik- und Puppenspiel „Peter und der Wolf“, das Fest für Augen und Ohren „Bilder einer Ausstellung“, das Kindermusiktheater „Nach Hause, Bartolomeo!“ und ein Kurzfilmfest realisiert.


2002 änderte der Verein seinen Namen in „KunstWerkStatt Marburg“, um sein inzwischen erweitertes künstlerisches Angebot zum Ausdruck zu bringen.

 

Eine Auswahl der während eines Schuljahres in den Kursen, Workshops und Schulkooperationen entstandenen Werke der Kinder und Jugendlichen werden seit 2003 jährlich im September in der Brüder-Grimm-Stube in Marburg ausgestellt.

 

Die Kurse der Marburger Kindermalschule fanden zunächst am oberen Marktplatz in der Nähe der alten Synagoge statt, dann in den Pavillons der Pestalozzi-Schule und schließlich in der Brüder-Grimm-Schule. 2005 zog die KunstWerkStatt in das Obergeschoss des Hauses Universitätsstraße 5, wo sie sich bis heute befindet.

In memoriam Ursula Gottwald (1937-2014)

Am 18.8.2014 verstarb die Gründerin der Marburger Kindermalschule, die durch ihre jahrzehntelange kunstpädagogische Arbeit vielen großen und kleinen Menschen die Freude an der Kunst, am eigenen künstlerischen Schaffen und Gestalten nähergebracht und sie nachhaltig in ihrer Entwicklung und Kreativität gefördert hat.

Ursula Gottwald wurde in Marburg geboren und unterrichtete nach ihrem Lehramtstudium in Germanistik, Geschichte, Politikwissenschaften und Philosophie in Göttingen an der Gesamtschule Stadtallendorf von 1961 bis 1963. 1981 schloss sie als dreifache Mutter ein Studium der Kunstpädagogik in Gießen ab.

In einem Interview sagte sie einmal: "Wichtig ist mir, den Kindern die Freude an der freien Malerei zu erhalten und sie über die Schwelle der ersten Schuljahre hinweg zu tragen, wo es oft sauber und ordentlich zugehen muss und die Fantasie oft ins Gefängnis gesperrt wird."

Neben ihrer kunstpädagogischen Arbeit war Ursula Gottwald selbst künstlerisch aktiv und beschäftigte sich dabei insbesondere mit ihrer Heimatstadt Marburg.

2014-10-13_OP_Ursula-Gottwald.pdf
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